Herstellung von Bananenchips Ab heute geht es wieder zurück in Richtung Bombay. An der Rezeption versuche ich beim Checkout den Weg nach Mysore zu erfahren. Die Beschreibung klingt nicht sehr vertrauenerweckend. In der Tat verfahre ich mich völlig und brauche fast zwei Stunden, um Calicut endlich zu verlassen. Dabei stelle ich fest, dass ich gestern nur einen winzigen Teil der Stadt gesehen habe. Es scheint sich um eine richtige Wirtschaftmetropole zu handeln. Das erklärt auch, warum hier so ein schickes Hotel steht, was ich zuerst gar nicht verstanden habe.

Der weitere Verlauf des Weges führt mich in die Höhen der Western Ghatts. Die Steigung der Straße ist teilweise so steil, dass meine Kleine sie kaum im ersten Gang bewältigt. Leider ist es ziemlich neblig, und plötzlich befinde ich mich sogar oberhalb einer Wolkenschicht, so dass ich die eindrucksvolle Landschaft nicht fotografieren kann. Entgegen meiner Erwartung geht es auf der anderen Seite nicht genau so steil wieder herunter, sondern wir scheinen uns nun auf der Indischen Hochebene zu befinden.

Ich erreiche Kalpetta, und dann ging plötzlich nichts mehr. Aus irgendwelchen Gründen sperrte die Polizei die Durchfahrt durch die Stadt, zumindest in meine Richtung. Wir werden auf eine schmale, etwa eine fahrzeugbreite Straße umgeleitet. Doch entgegen meiner Annahme wird diese Straße nicht als Einbahnstraße geführt, sondern es kommen uns Busse und LKW munter entgegen. Es kommt was kommen muss, alles stockt und klemmt. Was soll ich sagen, eine geschlagenen Stunde vergeht, bis sich das Knäuel löst und ich endlich wieder auf die 212 nach Mysore komme. Ich bin mir sicher, dass der tiefere Sinn der Operation der war, den Verkehr als Einbahnverkehr zu führen, die diensthabenden Polizisten sich nur nicht einigen konnten, auf welcher Straße der Verkehr in welche Richtung fließen soll und sie zur Sicherheit beide Richtungen zugelassen haben. Folge: Chaos überall.

Der weitere Verlauf der Strecke führt mich durch eine wunderschöne Landschaft. Ich befinde mich unerwartet in einem Naturschutzgebiet. Die Straße wird immer schmaler und auch schlechter. Dafür lässt der Verkehr erfreulich nach, bis nur noch gelegentlich ein Fahrzeug vorbeikommt. Ich wundere mich, dass ein Highway diesen Zustand haben soll und konsultiere die Karte. Die Ortsnamen, die auf den Schildern angezeigt werden, stimmen in der Tat nicht mit denen überein, die ich laut Karte entlang dem NH212 durchfahren sollte. Shit, ich habe mich verfahren! Doch dann kommt ein Schild und bestätigt, dass ich mich auf dem NH212 befinde. Wie soll ich mir das erklären? Entweder die Karte ist falsch oder die Schilder stimmen nicht.

Ein natürliches Erfrischungsgetränk, Kokosmilch. Ich fahre einfach weiter und genieße den Wald, die Vögel und hoffe, dass ein paar Elefanten vorbeikommen, vergeblich. Am Straßenrand sitzen statt dessen alle paar Kilometer indische Bauern vor Bergen noch grüner Kokosnüsse und bieten deren Saft als Erfrischungsgetränk an. Zuerst fahre ich weiter, dann beschließe ich, ihn doch zumindest einmal zu probieren. Beim nächsten Anbieter halte ich an. Mit ein paar geschickten Schlägen mit einer Art Machete köpft er die Kokosnuss, steckt einen Strohhalm durch die Öffnung und reicht mir das Teil rüber. Ich sauge und finde, dass es gar nicht schlecht schmeckt, wenn auch nicht überwältigend. Ein weiteres Fahrzeug stoppt, sechs Jugendliche springen heraus, und der Verkäufer macht ein Bombengeschäft.

Nun trennen mich nur noch wenige Kilometer von Mysore. Der Verkehr wird immer dichter. Nachdem ich eindeutig in der Stadt gelandet bin, frage ich den ersten Autorikscha-Fahrer nach dem Green Hotel. Es sollte nicht der letzte sein. Ich werde, anderes hatte ich auch nicht erwartet, hin und her geschickt, kreise aber trotzdem das Ziel langsam ein und befinde mich plötzlich wirklich auf dem Hof des Green Hotels.

Das Green Hotel besteht aus zwei Teilen, dem Palast, in dem dereinst eine junge Prinzessin lebte, und einem Anbau. Die Zimmer im Palast sind sehr schön, stilvoll und teuer, die im Anbau einfach, sauber und billig. Ich entscheide mich für die ökonomische Variante. Die Geschäftsidee des Hotels ist bemerkenswert, aller Profit wird an karikative Einrichtungen in Indien abgeführt, wo immer möglich wird nach ökologischen Gesichtspunkten vorgegangen. Das warme Wasser wird z.B. durch eine Solaranlage bereitet. Die Weiterentwicklung der Mitarbeiter gehört zu einem erklärten Ziel der Unternehmensphilosophie.

Nachdem ich den Dreck von Indiens Straßen abgeduscht habe, natürlich mit kaltem Wasser, versuche ich herauszufinden wann mein Schiff nach Hamburg abgeht. Ich habe nämlich vor, die Rückreise von Indien nach Deutschland per Frachtschiff zu machen.

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