Ich muss gleich meinem Zorn freien Lauf lassen. Es ist jetzt 16:30 Uhr und der Brief mit den Unterlagen ist noch immer nicht da. Seit zwei Tagen seien hier Feiertage, und es werde keine Post zugestellt, sagt mir die Frau vom Empfang. Aha, daher wusste der Manager, dass ich bis zum 24. bleiben würde, dieses Schlitzohr. Ich lasse mich mit dem Kurierdienst verbinden - besetzt.

Endlich komme ich durch. Herr Mahesh kann nicht feststellen, ob er meinen Brief hat oder nicht. Dafür braucht er die Dokumenten-Nummer. Ich rufe also in Bombay an und erhalte die gewünschte Nummer. Einige Zeit später erfahre ich vom Kurierdienst, dass sie das Dokument definitiv nicht erhalten haben. Also wieder in Bombay anrufen. Der gute Herr Rahim kann das gar nicht verstehen. Ich gebe meinem Unmut deutlich Ausdruck. Er habe meinen ganzen Urlaub versaut. Das wirkt! Plötzlich kommt er mit dem Vorschlag, mir das Dokument zuzufaxen. Das würde für evtl. Polizeikontrollen reichen, in Indien würde ohnehin niemand die Originalpapiere im Fahrzeug mitführen. Warum konnte er das denn nicht schon vor fünf Tagen vorschlagen. Ich bitte ihn sich den Empfang des Faxes vom Hotel bestätigen zu lassen. Souvenir-Verkäuferinnen in Anjuna. Wenn sie einen erwischen, muss man für jedes Foto löhnen.Nur kurz denke ich darüber nach, wieso er mir die Papiere faxen kann, wenn er sie doch angeblich schon vor Tagen abgeschickt hat.

Dann mache ich einen geruhsamen Spaziergang durch die ehemalige Hippie-Hochburg Anjuna und beschließe nun erst mal essen zu gehen. Es gibt Haifischsteak mit Salat und Pommes. Sehr lecker, aber ich glaube, dass das gar kein Haifisch ist. Egal. In dem Restaurant befinden sich nur Asiaten und Deutsche. Einige der Deutschen sehen so aus, als seinen sie in den Siebzigerjahren hier hängen geblieben, Althippies, die den Anschluss nicht mehr gefunden haben. Nun ja, hätte mir auch passieren können. Zurück im Hotel gibt es schlechte Nachricht. Das Fax ist nicht da. So ein Mist aber auch. Trotzdem werde ich auf jeden Fall morgen auschecken.

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