
Die Nacht endet schon um 5:00 Uhr. Hat mich das Knurren des Kühlschranks geweckt oder dringt das Geräusch nur jetzt, da ich wach bin, penetrant an mein Ohr? Von Schlafen kann jetzt jedenfalls keine Rede mehr sein. Ich döse noch ein wenig, stehe dann auf, dusche und bestelle mir einen Kaffee, Milch und Zucker getrennt (natürlich kommt der Kaffee auf indische Art, mit Milch und Zucker und schmeckt entsprechend) und dann ab ins hoteleigene Fitness-Center.
Das Gym ist ausgezeichnet. Nach einer halbem Stunde Training fühle ich mich topfit. Schnell noch ein kleines Frühstück und los geht's.
Zunächst ins Internet-Cafe alle Mails beantworten, dann mit einer Auto-Rikscha zum Mahalakshmi Tempel. Der Tempel wird jedoch von vielen
gläubigen Hindus besucht. Überall stehen Menschen ins Gebet vertieft, da will ich nicht stören und begebe mich wieder nach draußen. Dort
empfängt mich eine
sehr orientalische Atmosphäre und ich schieße einige Fotos. Nach ein paar Schritten durch die Geschäftstraßen Kolhapurs
lande ich mehr durch Zufall bei meinem Schneider und zu meiner großen Überraschung - es ist erst viertel vor zwölf - sind die Hemden schon
fertig. Sie passen wie maßgeschneidert (kleiner Witz) und ich ziehe los, checke im Hotel aus und lasse mir noch den Weg nach Gagorti beschreiben.
Zunächst warnt man mich, diese Strecke zu fahren und will mich davon überzeugen, den Highway zu benutzen. Die Straße sei zu schlecht. Ich will
es genau wissen, wie schlecht die Straße ist. "Nun ja, so schlecht ist sie auch wieder nicht, eigentlich nur am Anfang und man kann sie gut befahren."
Den beschriebenen Weg aus der Stadt finde ich nicht, erreiche aber nach einigem Hin und Her die Gargoti Road und bike los durch eine "typische" indische Landschaft: leicht gewellte, mit verdörrtem Gras überzogene weite Ebenen, nur unterbrochen von wenigen, ebenso trockenen Bäumen und Büschen.
Nach etwa 3 Stunden erreiche ich Gargoti und fahre weiter nach Sawant Wadi, suche endlos lange nach Tiracol, finde dort angekommen dann aber schnell das Fort und falle nach einem ausgezeichneten Abendessen halb tot ins Bett.
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